Im Osten angekommen (Wien – Budapest)

Mit ein paar Tagen Verspätung… Wir sind bereits in Backa Palanka, Serbien, siehe Route.

Wenn Wien als das Tor zum Osten gilt, ist Budapest der Osten. Und uns gefällt’s hier sehr! Darum haben wir auch gleich zwei Ruhetage eingeschaltet, um die Stadt zu entdecken und die weltberühmten budapester Thermalbäder zu geniessen. Aber alles der Reihe nach…

Es gibt also eine Stadt, die für Velofahrer noch etwas schlimmer ist als Zürich, Wien. Es gibt da wohl viele und eigentlich gute Velowege, aber eine Logik ist schwerlich zu erkennen. Entlang der Gürtel (eine Art Verkehrsadern durch Stadt mit U-Bahn und grossen Strassen) führen meist auch abgetrennte Velowege. Doch eben nur meist. Mal sind sie links, dann wieder rechts des Gürtels und wenn man Glück hat, haben die Stadtplaner daran gedacht, eine Verbindung von links nach rechts zu bauen. Unzählige Male steht man aber unverhofft vor einen Veloweg-Ende-Schild. Such dir deinen Weg lieber Velofahrer, ab hier regiert wieder das Auto.
In Zürich ist es eher so, dass es dort Velowege hat, wo es nicht wirklich welche bräuchte (Strasse breit genug und übersichtlich) und genau dort keine, wo ein Veloweg sehr angenehm wäre (Kreuzungen, schmale Strassen mit viel Verkehr). In beiden Städten fühlt man sich als Velofahrer nicht sehr willkommen. Bern und Winterthur sind deutlich fortschrittlicher. Darin sehe ich übrigens auch den Hauptgrund, warum die Velofahrer in Zürich sehr viel aggressiver unterwegs sind als in Bern. Dies merke ich (Pascal) jedes Mal selber an mir, wenn ich mal wieder mit dem Velo durch Bern fahre. (OK, diesen Teil wollte ich schon lange los werden, was nun geschehen wäre.)

Wien verlassen wir entlang eines Donaukanals und es ist eine Abwechslung, die Donau mal nicht inmitten von unendlichem Grün sondern von Beton und Graffitis zu sehen. Auf einer der Donauinseln endet unser Weg plötzlich an einer in Revision befindlichen Brücke. Ein Hinweisschild etwas früher wäre nett gewesen… Wir fahren zurück und ein paar Kilometer weiter oben gibt’s dann doch noch eine Brücke, die uns auf die andere Seite bringt. Der weitere Radweg nach Bratislava ist aber bestens ausgeschildert (manchmal wird auch etwas übertrieben, wie das unten stehende Foto zeigt) und führt meist direkt der Donau entlang. Unterwegs treffen wir auf Markus. Er ist in Seuzach (bei Winterthur) gestartet und will zum Schwarzen Meer. Dort trifft er seine Frau und fährt mit dem Flusskreuzfahrtschiff wieder zurück nach Passau. Markus ist erst 70 Jahre alt und übrigens ohne Elektrovelo unterwegs. Nur für denn Fall, dass jemand finden sollte, er sei zu alt für so etwas „Verrücktes“.

Noch etwas zu Pascals Schweizer Fähnli an seinem Anhänger: Judith war ja anfangs nicht so begeistert von dieser Sache. Sie hat mittlerweile aber ihre Meinung revidiert. Wir werden so viel angesprochen, Kinder rufen vom Strassenrand, ob wir Schweizer seien, andere Velofahrer beginnen mit uns zu plaudern über Route, Tageskilometer, etc. und es ergeben sich lustige Begegnungen. So hat ein Feuerwehrmann inmitten einer Übung Judith angesprochen, wohin es denn auf unserer Reise aus der Schweiz gehe (nachdem er sich zuerst darüber lustig gemacht hat, dass die Schweizer offenbar keine Autos und Flugzeuge hätten und wir daher mit dem Velo unterwegs seien…). Judith sagte ihm dann, dass wir bis nach Istanbul fahren wollten. Er machte, wie einige vor ihm auch schon, einen Schritt rückwärts und rief laut aus: „ISTANBUL!!!“. Beim Weglaufen rief er noch einige Male laut und zu seinen Kollegen gewandt aus „Geil, Istanbul, die fahren bis nach Istanbul!“.

Pascal war besonders auf Bratislava gespannt, weil er als 10- oder 12-jähriger einmal in Bratislava in einem Eishockey-Trainingslager war. Noch zur Zeit der Sowjetunion und des Eisernen Vorhangs , als der Grenzübertritt trotz Visa mehrere Stunden gedauert hat. Diesmal fuhren wir über den gleichen Grenzübergang, ohne anzuhalten oder die Pässe zu zeigen – was Judith übrigens immer sehr enttäuscht, weil wir noch nie einen Zöllner gesehen haben.
In Bratislava nächtigen wir in der Jugendherberge, die unweit vom Zentrum gelegen ist. Geführt wird sie von ein paar Jungen, die sie mit viel Liebe und Engagement hergerichtet haben. Die Bar im Keller und der gemütliche Garten zeugen besonders davon. Wir kriegen das Zimmer Ungarn zugeteilt – neben Kuba, Italien und Schweden – und dessen Wände dem Land entsprechend bemalt sind.

In der Altstadt treffen wir Markus wieder, der uns vor lauter Freude zum Apéro und zum Nachtessen einlädt. Wir nehmen die Einladung sehr gerne an und geniessen wohl das bisher feudalste Nachtessen auf unserer Tour im edlen Steak-House von Bratislava. Danke Markus, es war lecker, gemütlich und Deine Erzählungen und Geschichten spannend!

Am nächsten Tag lässt uns das GPS im Stich. Es will keine Position mehr anzeigen. Die Karte funktioniert aber zum Glück noch und so finden wir trotzdem zur Stadt raus und zurück zur Donau Irgendwann am Nachmittag entscheidet sich das GPS wieder richtig zu funktionieren und Pascals Sorgen, dass der GPS Chip des Galaxy Tabs das Zeitliche gesegnet haben könnte, zerstreuen sich. Die Velowege in der Slowakei sind übrigens sehr gut und die Leute sehr hilfsbereit, wenn wir uns unseres Weges nicht mehr sicher sind. Wir fahren stundenlang über die Donaudämme, die teilweise so gerade sind, dass sie am Horizont verschwinden. Die Donauauen, an denen wir vorbeifahren, sind wunderschön und haben wieder einmal zur Folge, dass Judith ständig anhalten und Fotos machen muss… In einer kleinen Bar in der Nähe unseres Weges kehren wir hungrig ein. Von der slowakischen Speisekarte verstehen wir – zum ersten Mal auf unserer bisherigen Reise – kein einziges Wort. Der Barmann spricht nur slowakisch, so dass wir es mit Händen und Füssen zu Kaffee und Pommes Frites schaffen. Besser als nichts und gut!

Bevor wir am späten Nachmittag die Grenze nach Ungarn überqueren, kaufen wir uns noch Nachtessen und Frühstück. Ein weiterer sprachlicher Zwischenfall bringt uns zum Lachen, als Judith, die für ihre Muskeln Magnesium Brausetabletten kaufen will, mit Kochsalztabletten zurückkehrt. Der anschliessende Umtausch war nicht weniger amüsant… Zum ersten Mal verlassen wir die Eurozone und müssen Geld wechseln (ungarische Forint). Zum Leidwesen von Judith dürfen wir auch dieses Mal die Pässe nicht zeigen, kein Zöllner weit und breit. Auch Ungarn überrascht uns positiv, es gibt Velowege und wo es keine hat, fahren Autos und Lastwagen meist in anständigem Abstand an uns vorbei. Dennoch wirft sich Judith in ihre zitronengelbe Leuchtweste, um auf den grossen Strassen besser gesehen zu werden. Nur die Schlaglöcher in der Strasse nehmen zu, so wie die bellenden Hunde. Ungarn gefällt uns soweit sehr gut. Wir fahren bis zum Camping Eden in Neszmely, den wir uns im Internet ausgesucht haben. Der Camping ist wirklich ein kleines Paradies, direkt an der Donau gelegen und gut gepflegt. Und wir staunen über das ausgezeichnete Deutsch der Dame an der Rezeption.
Judith gefällt der Campingplatz so gut, dass Pascal schon fast Mühe hat, sie am nächsten Tag wieder aufs Velo zu bringen. Pascal wiederum hat schlecht geschlafen, weil er vom Mückenstichen übersät ist, die er sich irgendwo in Bratislava aufgelesen hat. Kurz vor 11 Uhr sind wir dann aber wieder auf der Strasse in Richtung Budapest unterwegs. Unterwegs besuchen wir die Orte Esztergom (wunderbarer Dom) und Visegrad. Langsam nimmt der Verkehr auf den Strassen zu und lässt die Annäherung an Budapest erahnen. Plötzlich brennt Judith durch und strampelt drauflos. Sie hat etwas genug vom Pedalen und will so schnell wie möglich ankommen. Pascal folgt nur mit Mühe und wehender Fahne. Vor Budapest finden wir dann zum Glück wieder einen velotauglicheren Weg, um in die Stadt zu gelangen. Unterwegs treffen wir auf eine Art Skilift, der Wasserskifahrer und Wakeboarder im Kreis über einen kleinen See zieht. Begeistert bleiben wir stehen und betrachten das Spektakel.

Vor Budapest holt uns auch ein kleines Gewitter ein, aber die Abkühlung kommt uns gerade gelegen. Als wir in Romai Beach, der In-Strandmeile von Budapest, ankommen, legen wir einen unserer Meinung nach wohlverdienten Halt ein und genehmigen uns ein Bier. Die Sonne scheint auch wieder und die Stimmung ist wieder im Lot.

Beim budapester Parlament (sehr eindrücklich) treffen wir eine ungarische Studienkollegin von Pascal, Katalin, welche uns ihre Wohnung für unseren Aufenthalt überlässt. Die Wohnung bzw. das Haus an der Puskin utca im Zentrum von Budapest verschlägt uns beinahe die Sprache: Bereits die wunderschöne Fassade ist vielversprechend. Der grosszügige Innenhof, die Terrazzo-Böden, der steinzeitliche Lift und die Verzierungen lassen uns nur so staunen. Hier gefällt es uns! Und wir entschliessen uns, einen Tag länger als geplant zu bleiben.

Am nächsten Tag verschaffen wir uns mit einem dieser etwas üblen Touristen-Busse mit offenem Dach einen Überblick über die Stadt, da wir nicht so viel Zeit haben. Der Chauffeur fährt wie ein Wahnsinniger. Zwischendurch fegen Äste von Bäumen über unsere Köpfe hinweg, man muss ausweichen, um nicht erschlagen zu werden. Aus den Kopfhörern dröhnt in ohrenbetäubender Lautstärke Wagner, es wirft uns nur so umher. Auf der anschliessenden Bootsfahrt auf der Donau kommen wir wieder zur Ruhe und geniessen all die schönen und imposanten Bauwerke der Stadt, die sehr prunkvoll aber nicht so aufgemotzt ist wie Wien. Sie erinnert an eine alte Frau, der man noch immer ansieht, dass sie einmal wunderschön war…

Am Samstag entspannen wir unsere Muskeln in einem der vielen und bekannten Bäder Budapests, das ungefähr 30 heisse Quellen hat. Wir besuchen das Bad Szecheny und treffen prompt Silvan, den andern Schweizer, der in Richtung Schwarzes Meer unterwegs ist. Das Bad erinnert an ein römisches Bad mit vielen Statuen, verschiedenen Innen- und Aussenbecken, Mosaiken, Stuckaturen… Es ist eine wahre Freude und so lassen wir es uns gut gehen.

Wir suchen die Routen und Wege für die kommenden Tage. Da die Beschilderungen nun offenbar immer rarer werden sollen, suchen wir zuerst eine Karte in einer Buchhandlung. Die Bestellung soll aber 4-6 Wochen dauern, weshalb wir eine andere Lösung finden müssen. Judith stösst auf eine gute Internetseite mit Beschreibungen von möglichen Wegen. Pascal schafft es, die GPS-Tracks in ein Format umzuwandeln, das wir auf unserem Tab (Navigationsgerät) brauchen können. Somit sind wir nun bereit für die nächsten Tage und Abenteuer auf dem Weg Richtung Belgrad ;o)

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In Serbien

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Gestern haben wir Länderhopping gemacht: Ungarn, Kroatien, Serbien. Nach der Nacht auf einem liebevoll gewarteten, kleinen Campingplatz in the middle of nowhere, einer Hundbellattacke mitten in der Nacht neben unserem Zelt und einem vorbeiziehenden Gewitter gibts nun Cappuchino & Schoggibrötli (Schoggi heisst auf serbisch fast gleich, sehr gäbig) in einer schönen Strasse Apatins. p.s. Der letzte grössere Blog Wien-Budapest ist fertig aber die Internetverbindungen liessen das Raufladen noch nicht zu.

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In Budapest

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Der Osten gefällt uns sehr und Budapest ist keine Ausnahme! Hier haben wir von einer Bekannten von Pascal eine Wohnung in einem wunderschönen alten Haus „ausgeliehen“erhalten. 🙂 Jetzt gehen wir aber erstmal unseren Salatgluscht stillen.

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Im Osten scheint die Sonne

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Heute fahren wir nach Budapest, wo wir nochmals einen Ruhetag einlegen & die bekannten heissen Quellen geniessen werden. Die Nacht haben wir auf dem Camping Eden in Neszmely verbracht. Wirklich fast ein Garten Edens, direkt an der Donau gelegen.

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Bratislava

Gestern haben wir die Slowakei, ein weiteres Mal ohne unsere Pässe zu zeigen, erreicht. Heute Abend sollten wir dann bereits die ungarische Grenze überradelt haben und somit in Land Nummer 4 von 10 angekommen sein.

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Von München bis Wien (oder von der Isar an die Donau)

Die Zeit vergeht wie im Fluge und die vielen Eindrücke unterwegs machen, dass München schon wieder weit weg scheint, obwohl es erst eine Woche her ist.

Der Ruhetag in München hat gut getan und wir haben die Gelegenheit genutzt, die Stadt zu Fuss zu erkunden. Und natürlich auch zu kosten, wofür München bekannt und beliebt ist; Bier und Würstchen. 🙂

Wieder auf dem Velo haben wir München auf dem Isar Radweg verlassen und sind meist über Kiessträsschen direkt der Isar entlang bis Landshut gefahren. Das Wetter war wie immer sonnig und angenehm warm. In Landshut gibt es einen hübschen kleinen Campingplatz direkt an der Isar (mit Feuerlöschern an den Bäumen…), wo wir die Nacht verbracht haben. Das Kochen am Abend auf dem Gaskocher ist immer eine wahre Freude, da wir von all den Kilometern jeweils richtig ausgehungert sind. So ist der Einkauf auch immer eher ausufernd, da wir schon hungrig im Laden stehen. Dazu kommt, dass all die Produkte, die es hier gibt, so verlockend aussehen und man ja schliesslich alles ausprobieren sollte…

Am nächsten Tag ging es im gleichen Stil weiter. Kiesstrasse der Isar entlang, die teilweise zu regelrechten Seen aufgestaut ist.Unterwegs treffen wir immer mal wieder auf Freizeitradler, Tourenfahrer sehen wir aber nur selten.Am späteren Nachmittag treffen wir in Isarmünd, wo die Isar in die Donau mündet, auf die Donau. Die Donau wird uns nun längere Zeit die Richtung weisen und unsere stetige Begleiterin sein.

Wir übernachten auf einem hübschen kleinen Zeltplatz in Rossfelden (mit Schweinestallgeruch). Die Bauernfamilie und die anwesenden Gäste (alles ältere Langzeitgäste) kümmern sich rührend um uns. Die Kinder zeigen uns den Campingplatz im Detail, schaffen einen Tisch und Stühle herbei, putzen diese minutiös für uns und sogar Bier und Saft kriegen wir ans Zelt geliefert. Und das alles für einen Preis von zweimal nichts.

Am nächsten Tag hat Judith ihren ersten kleinen Hänger und daher fahren wir der Donau entlang nur bis nach Passau. Die Radwege werden besser, sprich meist asphaltiert und lassen erahnen, das Velotourismus hier eine wichtige Rolle spielt. Wir kommen an schönen kleinen Städtchen vorbei, hin und sehen wir auf einen grossen Lastenkahn auf der Donau und von Zeit zu Zeit müssen wir selber in eine der zahlreichen kleinen Donaufähren steigen, um dem Radweg auf der anderen Uferseite weiter folgen zu können. Die „Fährmänner“ erzählen uns manchmal Geschichten, einer meinte, dass einer von vierhundert Radfahrern mit dem Ziel Istanbul unterwegs sei. Später treffen wir auf die ersten richtigen Tourenfahrer. Eine 3er-Gruppe von Zufallsbekanntschaften. Einer davon ebenfalls mit einem Bob Anhänger unterwegs (was relativ selten ist). Es stellt sich heraus, dass er ebenfalls aus Bern unterwegs nach Istanbul ist. Wir sind also nicht die einzigen „Wahnsinnigen“. 😉 Michael, ein weiterer in der Gruppe ist mit einem Dreirad-Liegevelo unterwegs, sein Ziel ist Ungarn und dann über die Alpen zurück. Er meint ganz trocken zu uns, dass die wenigsten es schaffen würden, mit dem Velo bis nach Istanbul zu kommen. Wir nehmen das mal so zur Kenntnis und lassen uns nicht entmutigen. In Passau treffen wir alle wieder auf dem Campingplatz. Am Abend schauen wir uns das wunderbar zwischen Inn und Donau gelegene Städtchen noch etwas genauer an und lassen es uns in einem wunderschön versteckten Gartenbeizli bei herzhaft bayrischer Kost gut gehen (Judith hat schon jetzt eine Schwäche für Apfelstrudel und Apfelküchle…)

In Passau geht es mit dem Donautourismus erst so richtig los. Am Ufer stehen einige grosse Flusskreuzfahrtschiffe, sogar ein Schweizer Schiff ist dabei. Passau ist scheinbar der beliebteste Ausgangpunkt für Donaureisen, insbesondere für Horden von Velofahrern, die von Passau nach Wien pedalen. Als wir die tollen Landschaften in den Donauschlingen sehen, ist uns auch klar wieso. Und Pascal beginnt beinahe zu verzweifeln, weil Judith immer und immer wieder anhalten muss, um Fotos zu schiessen (abends beim Anschauen der Tagesfotos verzeiht er ihr dann jeweils wieder ;o).

Kurz nach Passau holt uns aber der erste Regen ein. In Regenschutzmontur fahren wir trotzdem weiter. Es ist zwar nass, aber zum Glück nicht kalt. Die österreichische Grenze überqueren wir ohne es zu bemerken.. Kein Schild weisst darauf hin. Man merkt nur, dass die Ortsschilder plötzlich etwas anders aussehen. Das Wetter wird wieder besser und wir gönnen uns einen Käsekrainer (Wurst mit Käse, ein neuer Favorit) und Kartoffelsalat zum späten Mittagessen mit wunderschönem Blick auf die Donau. Wir pedalen der Donau entlang bis nach Linz. Einige Male müssen wir wieder mit Fähren das Flussufer wechseln. In Linz holt uns der Regen erneut ein. Wir schaffen es knapp das Zelt aufzustellen (in Rekordzeit) und unsere Sachen drin zu verstauen, bevor es so richtig losschüttet. Der Zeltplatz ist etwas trostlos und besteht nur aus einer eingehagten Wiese und Sanitäranlagen. Wir sind die einzigen Gäste. In einer kurzen Regenpause macht sich Pascal mutig auf Einkaufstour und kurz später Schlemmen wir im Zelt feinen Tomaten-Mozarella-Salat. Von der Stadt sehen wir nicht viel, da wir bei dem Wetter keine Lust haben, nochmals rauszugehen.

Von Linz geht es weiter bis nach Melk. Der Radweg wechelt zwischen sehr schön und langweilig. Der Veloverkehr hat deutlich zugenommen und alle 500m gibt es ein Schild, das Übernachtungsgelegenheiten oder Imbissbuden anpreist. Radtouristen scheinen hier ein wichtiger Wirtschaftsfaktor zu sein. An der Strecke liegen einige Wasserkraftwerke und Schleusen. Fasziniert halten wir ab und zu an und beobachten, wie riesige Frachtschiffe Zentimeter genau in die Schleusen manövrieren. Am späten Abend kommen wir in Melk an. Der Campingplatz liegt direkt an der Donau und ist etwas „anmächeliger“ als der in Linz. Wir treffen auch wieder auf den Schweizer Radler aus Bern, die Welt ist klein.

Am nächsten Morgen besichtigen wir vor der Weiterfahrt das berühmte Stift von Melk (Protagonist von „Der Name der Rose“ von Umberto Eco, Adson von Melk, der junge Benediktiner) mit seiner imposanten Bibliothek, die wirklich zum Staunen einlädt. Die Anlage ist sehr eindrücklich, teilweise allerdings etwas gar üppig, pompös und kitschig. Auch der erste österreichische Satellit ist in der alten Bibliothek aufgehängt, ein lustiger Kontrast. Wir sehen eine Schatztruhe mit 14 Riegeln und einem Schloss, die für allfällige Überfälle die Schätze des Stifts behüten sollte, Spiegelsääle, die vor Gold nur so leuchtende Kirche…

Dann machen wir uns auf für die lange Etappe nach Wien. Wieder beginnt es zu regnen und wir haben, zum Glück in der Nähe einer trockenen Unterführung, unsere erste Panne. Scherben auf dem Weg haben Pascals Anhängerschlauch den Garaus gemacht. Zum Glück haben wir aber Ersatzmaterial und Flickzeug dabei (und ich bin froh, dass Pascal ein Rad-Flick-Profi ist, ich scheitere jeweils schon beim Pumpen…) und so sind wir eine halbe Stunde später schon wieder auf dem Weg. Beim einzigen österreichischen AKW Zwentendorf essen wir in einem gemütlichen ehemaligen Bauernhaus Zmittag (mit Schaumrollen oder Schillerlocken zum Dessert, uiuiuiuiui…). Die Geschichte des vermeintlichen AKWs ist interessant, es ist nämlich eigentlich gar keines, das heisst, es wurde komplett fertig gestellt, bevor die Österreicher in einer Abstimmung gegen die Inbetriebnahme stimmten. So dient es heute als Übungs-AKW und Museum und auf dem Dach wurden Solarzellen installiert.

Auf dem Weg haben wir übrigens schon viele Tiere gesehen: Feldhasen, Frösche, einen Fasan, Enten, Gänse, Schwäne, Eichhörnchen, Schlangen, Biberspuren, Fische und etliche Jungtiere. Mit der Schlange war das so eine Sache. Bei der ersten Begegnung lag ein Exemplar zusammengerollt auf auf der Strasse. Bei der zweiten Begegnung aber kam es zu einem etwas unschönen Zwischenfall. Da es in der Nacht heftig geregnet und gestürmt hatte, lagen viele Äste auf dem Waldweg. Da es abwärts ging, waren wir nicht gerade langsam unterwegs. Auf einmal lag auf der Strasse, es war eben kein Ast, sondern eine braun-graue Schlange! Und da Ausweichen nicht mehr möglich war, rollte Judith mit vollem Tempo über das arme Tier hinweg, mit Vorder- und Rückrad. Das Gefühl beim Drüberfahren war sehr unangenehm, wie wenn man über einen Gartenschlauch fährt. Gemäss Pascal schlängelte sie sich im Anschluss noch zurück in den Wald, aber ob sie diese Veloattacke überlebte, wissen wir nicht. Judith war etwas unter Schock im Anschluss und sah während der nächsten Stunden überall Schlangen und das schlechte Gewissen plagte sie, um so mehr, als wir später noch ein überfahrenes, totes Exemplar am Strassenrand sahen.

Spät abends gelangen wir müde aber froh nach Wien. Die vielen Autos und Ampeln überfordern uns nach den idyllischen und ruhigen Donauwegen ein wenig. Die letzten 10 km wollen nicht enden. Wir sind froh, bei Judiths Kollegin Petra übernachten zu dürfen. Es ist schön, nach den Nächten auf den Isomätteli auf einem bequemen Sofa schlafen zu können.

Mit Hintergrundinformationen zu den Sehenswürdigkeiten von Wien aus ersten Hand von unserer waschechten Wienerin Petra erkunden wir am Sonntag die Stadt und besuchen den Stephansdom, das Café Central (inklusive Kaiserschmarren und wienerischer Charme der Kellner), die Hofburg, das Schloss Schönbrunn und die Brauerei Siebensternbräu. Auch ein Kollege von Pascal, Stefan, ist mit uns unterwegs.

p.s. Zwar ist oben jeweils der Autor des Blogbeitrages aufgeführt (dies ist meist Pascal, weil Judith immer wieder ihr Passwort vergisst), doch schreiben wir beide die Beiträge. Einer beginnt, der andere schreibt weiter und dann schreiben wir uns gegenseitig noch rein… Etwa so.

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In Wien angekommen


Kurz vor 22 Uhr sind wir in Wien eingetroffen. Heute mit Regen, Sonne und dem ersten Platten. Morgen und Montag ist schlechtes Wetter angesagt. Wir nutzen die Gelegenheit für ausgiebige Erholung und fahren wohl erst am Dienstag weiter. Bilder und Bericht folgen.

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Morgen Abend in Wien

Wir sind noch in Linz, wo gestern Abend ein kräftiges Gewitter über uns hinweg zog. Das Zelt konnten wir gerade noch rechtzeitig aufstellen, um uns vor dem totalen Nass-werden zu bewahren. Mit Ausnahme von gestern hatten wir aber bisher viel Wetterglück. Auch jetzt kommt die Sonne langsam wieder zum Vorschein.

Morgen Abend wollen wir in Wien sein, wo wir uns mal wieder einen „freien“ Tag gönnen. Dann gibt’s vielleicht auch wieder einen grösseren Blogeintrag. Bis dahin haben wir ein paar neue Bilder auf Flickr geladen und unsere Route aktualisiert.

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Frühstück in Passau

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Wir sind auf dem Velo Highway Donau-Radweg angekommen und haben schon den ersten Schweizer getroffen, der ebenfalls mit dem Ziel Istanbul unterwegs ist.
Nach einem Frühaufstehrekord geniessen wir nun ein Frühstück im Stadl bevor wir uns mit dem Tagesziel Linz auf die Räder schwingen.

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Glace in Plattling, bald an der Donau

Kurz bevor wir an die Donau kommen, genehmigen wir uns noch ein Glace in Plattling. Mmh! Wetter und Radwege sind hier super. – For my dear english friend: Eating icecream in Plattling just before getting to the Donau river. Weather and streets are great. Happy?!? XJ

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