Von Zürich bis München

Etappe 1, Zürich – München, 4. bis 8. Mai 2o11

Am Mittwoch geht es, nach einem späten Dienstagabend in Olten und einem intensiven Pack-, Putz- & Aufräummorgen am Nachmittag endlich los. Ich reise mit meinen 5 Velotaschen im Zug nach Zürich, 20 kg für 3 Monate. Pascals Anhängertasche wiegt 24 kg (da soll mal jemand sagen, dass Frauen immer mehr Gepäck bräuchten! Die Tatsache, dass er noch das Zelt in der Tasche hat, blende man bitte aus…). Um 16.30h fahren wir vom Karthago ab, die liebe Susanne schiesst unser erstes Foto & winkt uns zum Abschied.

Zwar fahren wir nun, die Beine pedalen, aber mein Kopf hat noch nicht begriffen, dass es nun losgegangen ist. Noch vieles schwirrt darin herum. Nach einem kurzen Besuch bei Pascals Bruder im Albani in Winterthur erreichen wir um 21h Weinfelden, wo wir bei Pascals Vater übernachten & „selbstgeholte“ Pizzas schlemmen dürfen ☺. Danke!

Am Donnerstag statten wir Pascals Oma (bald haben wir die ganze Familie Mages besucht!) noch einen kurzen Besuch in ihrer Alterswohnung in Sulgen ab. Sie ist etwas verwirrt über das Tab, das wir bei uns haben und uns als Navigationsgerät dient. Sie fragt ganz erstaunt, was Pascal denn darauf herum tippe & fahre?!? In Romanshorn kaufen wir noch einen Vorrat Schweizer Schoggi & Käse ein, ein Erinnerungsfoto mit dem Mocmoc (ich hatte keine Ahnung, dass dieser ein grosses Politikum und nun das neue Wahrzeichen von Romanshorn ist) & dann gehts ab auf die Fähre. Der Bodensee ist wunderschön & löst das Gefühl aus, auf dem Meer zu sein. Adieu Schweiz…

In Friedrichshafen kämpfen wir etwas mit der Orientierung, eine nette Passantin hilft uns dann aber weiter und verunsichert uns mit der Bemerkung, dass wir noch einiges vor hätten, wenn wir heute noch bis nach Kempten kommen wollten. So beginnen wir zu fahren und sind begeistert über die wunderschönen Landschaften, Felder, Wälder, überall der Duft von frisch geschnittenem Gras… Aber: Obwohl die Region traumhaft ist, so besteht sie aus einer Aneinanderreihung von Hügeln! Und kaum ist einer geschafft, so kommt nach der freudigen Abfahrt schon wieder der nächste. Nun verstehen wir, was die Passantin meinte… Bei einem Hof in Hochberg (man beachte den Namen) fragen wir, ob wir unser Zelt für eine Nacht aufstellen dürfen. Anita & ihr Mann sind sehr gastfreundlich, wir dürfen ihre Dusche benutzen und kommen in den Genuss ihres leckeren Speckkuchens (danke Kinder, dass ihr den Kuchen nicht mochtet!). Und Tommy, der Hofhund, weicht kaum mehr von unserer Seite. Am liebsten würden wir ihn mitnehmen. Die Nacht ist bitter kalt, ich muss mich wieder etwas ans draussen schlafen gewöhnen.

Am nächsten Tag gehts nicht so schnell vorwärts, wie erhofft. Die Allgäuer Hügel bilden ein schönes, aber anstrengendes Wellblech. Aber zum Glück haben wir ja genügend Zeit zur Verfügung. Meist können wir abseits vom Verkehr auf Nebenstrassen fahren. Einmal wird der offizielle Veloweg sogar zum echten Feldwanderweg. Judith hat übrigens einen GPS-Logger in ihrer Shirttasche, der unsere Route aufzeichnet.

Wir picknicken in Kempten, im schönen Stadtpark und fahren dann weiter bis Marktoberdorf. Der Abend kommt näher und so entscheiden wir uns bei der nächsten Gelegenheit wieder auf einem Hof um einen Zeltplatz zu fragen. Offizielle Campingplätze gibt es in dieser Gegend scheinbar keine. Auf dem ersten Hof kriegen wir eine Absage, das Gras sei noch nicht geschnitten. In Gehren, einem kleinen Weiler, werden wir fündig. Mit einer ausladenden Bewegung meint der Mann, wir könnten unser Zelt irgendwo aufstellen, es gehöre ihm hier alles. Wir entscheiden uns für ein Plätzchen neben dem alten, abgebrannten Hof mit einer tollen Blumenwiese vor dem Zelt. Zum Znacht gibt’s den letzten Resten Pasta, Tomaten und Käse. Läden sind in Deutschland leider dünn gesäht. Nur in grösseren Ortschaft hat man die Chance, was einzukaufen.

Am nächsten Morgen bringt uns unser Gastgeber um 7 Uhr (es ist Samstag!) frische Brötchen ans Zelt. Kurz darauf faucht unser Kaffeekocher und der feine Kaffeeduft bringt auch Judith zum Aufwachen. Der Tag verspricht wieder tolles Wetter. Wir brechen auf mit dem Tagesziel München. Und wieder fahren wir durch wunderschöne Landschaften. Es geht immer noch auf und ab, zum Glück aber nicht mehr ganz so stark wie an den zwei Tagen zuvor. Unterwegs legen wir einen Zwischenhalt in einem Mc Donald’s Cafe ein, weil es dort WLAN gibt. Und der riesengrosse Milchkaffee ist auch ganz gut. Hungrig suchen wir in Erling nach einem Laden. Wir folgen einem Schild „Hofladen“, um nach 3km festzustellen, dass der am Samstag geschlossen hat. Auf unsere Frage, ob es denn hier irgendwo einen Laden gäbe, erhalten wir zu Antwort „wer san hier eben ofem Loand“. Also verköstigen wir uns halt in einem Restaurant mit deftigen allgäuer Käsespätzle. Vor der Weiterfahrt besuchen wir das Kloster Andrech, scheinbar die Attraktion schlechthin. Es wimmelt nur so von Touristen. Bald sind wir wieder auf der Strasse. Bis nach München fahren wir weiter durch schöne Landschaften und Wälder. Traumhaft. Kurz vor München kriegt Judith den ultimativen Energieschub, auf leicht abfallender Strasse jagt sie mit 35km/h über den Asphalt. Pascal bleibt nur dank Windschatten an ihr dran. 😉

In München ist Erholung, Muskelkurieren, leckeres Bier trinken und Weisswürste schlemmen, in der Stadt und den schönen Pärken flanieren, Hofbräuhaus besichtigen, Käfelen, bloggen, etc. angesagt.

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3 Antworten zu Von Zürich bis München

  1. Peter schreibt:

    so gemein, und ich sitze zuhause und suche meinen traumjob….
    schön, dass ihr so einen guten start gehabt habt. weiterhin viel spass.

    ps. ich kenne einen der hat mit dem liegevelo 35 kg über schweizer und italienerpässe geschleickt…

    liebe grüsse
    peter

  2. Amelia schreibt:

    I have very much enjoyed looking over your posts – i particularly like it when i can pick out a word i understand – so far i am understanding when Pascal leaves a post („von Pascal“) i think you had some pizzas and my other translating skills are limited to „having splendid time, bums hurt, but its nice not to be at work“.

    May i ask you two cylcesetters to leave an occasional note in english for your foreign readership….. ;o)

    x

  3. Pascal J. Zimmermann schreibt:

    Hallo ihr 2.
    Geniesst es und lebt diesen Trip. Ich bin in Gedanken (und manchmal mit Neid) bei euch.
    Und Hoschi, geniesse DEINEN äh, meinen, äh, also irgendwie, Du weisst ja, Schlafsack. Und eifach numä MERCI, bisch en Schatz.
    Pascal

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